Willkommen daheim!

Willkommen daheim!

Dienstag, 29. Juli 2014

The Unknown Known



Für Negativ-Film hab ich den neuen Film von Errol Morris rezensiert. Ein großartiger Film mit einer Academy Award-würdigen Performance (und ich schreibe das nicht, weil ich Rumsfeld für einen Lügner halte). Ich frage mich, wem Rumsfeld bei der Zeremonie gedankt hätte, wenn er den Oscar abgestaubt hätte. W.? Seiner Frau? Gott? Oder doch eher sich selbst?
Das Unglaubliche an den Figuren von Errol Morris ist, dass man sie nicht erfinden kann. Man kann sie nicht scripten. Ein Drehbuch folgt stets einer Logik, die für die Meisten nachvollziehbar sein soll. Aber wie erklärt man die Exzentriken von Fred Leuchter oder die Gedankengänge, die in "Vernon, Florida" stattfinden? Und wie rechtfertigt man das Grinsen dieses Mannes?

Manchmal muss man die Wirklichkeit fiktionalisieren, um zum Kern der Sache vorzudringen, wie Oliver Stone das in seinen frühen Filmen gemacht hat. Aber manchmal muss man es machen wie Morris. Manchmal muss man seinen Protagonisten die Plattform bieten, die sie suchen. Nur so kann man eine psychologische Dichte erreichen, die einem sonst nur ein Roman geben kann.


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen